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Angespannt? - OM - Probier's mal mit Yoga!

Angespannt? Probier's mal mit Yoga.
Achtsamkeit

 'OoooMmmm' -Innere Ruhe, Achtsamkeit,Entspannung ?

 

Ich bin nicht so der Typ für Yoga! Yoga ist etwas für Frauen! Ich kann mich gar nicht so verbiegen!

 

 Alles faule Ausreden?

 

Jeder Mensch braucht seinen Ausgleich zum meist unentspannten Alltag. Früher war mein Ausgleich Sport. Ganz viel Sport, um wieder innerlich zur Ruhe zu kommen. Auch in Suchtdruck – Momenten habe ich Sport genutzt, um mich müde zu machen und den inneren Druck loszuwerden. Aber was ist, wenn das Joggen durch den Wald, das Schwimmen in der Halle oder das kilometerweite Radfahren nichts mehr bringt? Suchterkrankte haben meist mit Suchtverlagerung zu kämpfen. Mit dem Essen statt Saufen, dem Kaffee statt Wein, Kippe statt Dübel und Sport statt Hungern. Ist ein Ausgleich möglich? Die innere Mitte zu finden und sich nur für Momente wie ein kleiner Buddha zu fühlen?

Ich persönlich hatte mit Ruhe, Meditation und Körperwarnehmung schon immer so meine Probleme. 'Das ist nicht so mein Ding' - habe ich mir gesagt. Seitdem ich Yoga für mich entdeckt habe, gibt es die kleinen aber feinen Momente in meinem Leben. Ein Ritual. Nur für mich. Ein Geschenk an mich und mein Leben. Räucherstäbchen angezündet (soll ja auch gut riechen), hingesetzt, ein- und wieder ausgeatmet. Und einfach nur mal sein.

 

Ich habe meine wundervolle Freundin und Yogalehrerin Sibel vom Yogaladen Offenbach einmal gefragt, was denn Yoga eigentlich so bringt und wie Yoga in unentspannten Zeiten zu achtsamen Momenten verhelfen kann.

 

 Sibel, wann hast du eigentlich mit Yoga angefangen?

 

 Ich habe mit 17 Jahren Yoga für mich entdeckt. Zunächst einmal gar nicht auf der Meditationsebene, sondern als sportlichen Ausgleich. Nach ausgebrannten Zeiten in einem eher unbefriedigenden Job, habe ich Yoga zu meinem Leben und meiner Berufung gemacht.

 

Und wie kann ich mich deiner Meinung nach auf Yoga einlassen, wenn ich es zuvor noch nie praktiziert habe?

 

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du einen guten Yogalehrer findest, der sehr viel Empathie für seine Schützlinge empfindet. Ich persönlich habe zunächst zu Hause praktiziert, habe dann aber festgestellt, dass es in einem Kurs viel mehr Spaß macht. Die Energie, die sich während einer Yogastunde entwickelt, ist oftmals unbeschreiblich.

 

Körper und Geist sind miteinander verbunden und es ist wichtig, ein Gleichgewicht herzustellen.

 

Welche Arten von Yoga sind denn bei innerer Anspannung besonders gut?

 

Natürlich gibt es unzählige Arten von Yoga. Meiner Meinung nach ist für zu Depressionen oder Ängsten neigenden Menschen, aber auch für Suchterkrankte eine bestimmte Abfolge, eine klare Struktur und die Sicherheit, wie beispielsweise beim Ashtanga – Yoga zunächst einmal sehr hilfreich und kann ein Einstieg sein. Durch die regelmäßige Wiederholung der einzelnen Übungen fühlt sich der Yogi schnell sicher und erzielt schon nach einigen Malen kleine Erfolge. Wobei es beim Yoga natürlich nie um Leistungsdruck oder die absolut perfekte Ausführung der einzelnen Asanas geht. Es geht um das Sein, das Hier und Jetzt und seinen Körper zu spüren. Ich persönlich empfehle Yin Yoga und sanftes Hatha Yoga mit Meditationen die so richtig, richtig gut tun und positiv auf Körper und Geist wirken.Yoga ist die Entdeckung der Liebe zu sich selbst. Fernab von Religion. Wenn du bei dir bist, weißt du auch, was du brauchst und was dir gut tut und hast die Möglichkeit achtsamer mit dir umzugehen.

 

Warum wird Yoga bisher aber nur weitestgehend von Frauen genutzt, beziehungsweise ist gefühlt ein 'Hype' der hippen Szene?

 

Zum einen steht die Kostenfrage an erster Stelle. Ein Yogakurs kostet natürlich entsprechend Geld und somit macht es den Anschein, dass Yoga nur etwas für besser betuchte Menschen ist. Dem wirkt unser Yogaladen in Offenbach entgegen, indem er auf Spendenbasis arbeitet, sodass jeder selbst entscheidet, was ihm die Yogastunde am Ende Wert war – 'Pay what you can' also. Somit ist unser großes Ziel, ein breites Spektrum an Menschen zu erreichen. Ob jung oder alt, groß oder klein, arm oder reich – ganz egal. Alle dürfen dabei sein!

 

Zudem ist es für die Männer unter uns natürlich so, dass Yoga sehr Scham besetzt ist. Männer müssen stark sein, Männer dürfen nicht versagen und all diese Glaubenssätze. Darum geht es aber im Yoga gar nicht!

 

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Menschen meinen, dass sie nicht für Yoga gemacht sind. Ist ja klar, wenn man die ganzen Verrenkungen sieht, die manche Yogis so anstellen können. Aber auch das ist ein Irrglaube. Jeder ist für Yoga gemacht, denn jeder ist dazu gemacht sich wertzuschätzen und seinen Körper und Geist zu achten und darum geht es ja schlussendlich.

 

Und wie kann Yoga nun bei Aggressionen und innerer Anspannung helfen?

 

Es ist natürlich wie bei allen Dingen im Leben – Übung macht den Meister. Wenn du dich regelmäßig auf die Matte begibst, gewöhnst du dich daran und fühlst dich sicherer. Natürlich kommt es auch darauf an, wie weit du dich der Sache gegenüber öffnen kannst und wie tief du einsteigst.

 

Was heißt das jetzt? Ab auf die Matte (oder die Decke, oder das Handtuch..) und gleich mal ausprobieren!

Viel Spaß und Namaste!

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