· 

Du wurdest in den Sternen geschrieben

Beim Nüchtern werden haben mir zu Beginn eigentlich gar nicht mal primär "Sobriety - Bücher" geholfen. Diese habe ich erst entdeckt, nachdem ich nüchtern geworden bin. 

Ich wollte mich an irgendetwas festhalten können, sei es nun gedanklich, oder emotional. Worte, oder Buchstaben. Ich wollte nicht alleine sein, obwohl ich mich alleine gefühlt habe. Ich wollte das mir jemand sagt, dass alles wieder gut wird. Ich wollte kein WhooWhoo. Ich wollte keine Fakten. Ich wollte, dass mir jemand sagt, dass es wieder gut wird und dass das Leben schön ist und das ich das glauben kann und das ich dort hin kommen kann und das die Zeit, in der ich mich damals befunden habe, einfach mit zum "Wachstum" und zum "Menschsein" dazugehört. Ich wollte nicht das mir jemand sagt, dass ich unheilbar krank bin. Ich wollte das mir jemand sagt, dass da ein Leuchten in mir ist und ich nur vergessen habe hinzusehen.

 

Und versteht mich bitte nicht falsch: wenn ich spirituell angehauchte Bücher vorstelle, dann heißt das nicht, dass ich irgendetwas einer höheren Macht abgegeben habe oder denke, dass meine Verantwortung jenseits von mir liegt und ich ein paar nette Sprüche aufsage und alles ist wieder gut. Das, was ich wissen und hören musste war, dass diese Kraft in mir liegt. Ich musste es immer und immer wieder hören und lesen und habe mir gewünscht, dass ich es irgendwann glauben werde. Ich glaube es.

 

Und um ehrlich zu sein habe ich von Bahar Yalmaz ein Buch erwartet, welches mehr WhooWhoo ist. Aber das ist es nicht. Es ist down to earth. Es sind die Zeilen die ich lese, wenn ich zu gestresst bin, oder zu unsicher und mit tausend Zweifeln behaftet bin. Genau diese leichten Worte sind es, die mich dann wieder "auf Kurs" bringen können.

 

In "Du wurdest in den Sternen geschrieben" gefällt mir besonders Bahars Anderssein in dieser Szene. Ihr frischer Blick auf die Dinge. In einem Teil ihres Buches beschreibt sie beispielsweise, dass wir Gefühle eigentlich gar nicht benennen bzw. "labeln" oder definieren müssen, da es eigentlich gar keine abgetrennten Gefühle gibt. Sie bezeichnet Gefühle als "Energie in Bewegung"  und so lange wir nicht versuchen diesen Energiefluss zu blockieren, oder festzuhalten, kommt dieser und geht auch wieder. Diese Vorstellung hilft mir dabei Wut, Anspannung und Druck kommen und wieder gehen lassen zu können.

 

Fazit: Wer radikalen Balsam für die Seele braucht - absolut lesenswert.

Lieblingszitat: "Es ist verrückt", sagt der Kopf. "Du könntest verletzt werden", sagt das Herz. "Ich habe Angst", sagt der Bauch. "Tu es, wir werden daran wachsen", sagt die Seele.

photo credits: Patrick Tomasso // Unsplash

Kommentar schreiben

Kommentare: 0