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Rückfall

Therapie machen

Rückfall
Exfreund

"Ich habe nicht wirklich Therapie gemacht. Das muss ich ehrlich sagen. Ich habe mir nie etwas von jemand anderen sagen lassen. Meine Therapeutin meinte dann, dass zu jeder Therapie ein Rückfall mit eingeplant ist."

 

"Was? Warum? Ich habe doch auch keinen Rückfall gehabt."

 

"Ja, du hast aber auch deine Therapie ernst genommen. Für mich ist es so, dass ich nach meinem Rückfall weiß, worum es bei mir geht und was meine Themen sind,  eben weil ich zuvor meine Therapie nicht so ernst genommen habe."

 

"Also gibt es deiner Meinung nach einen Unterschied zwischen man hat "richtig" Therapie gemacht und hat keinen Rückfall und/oder  man hat sich nicht auf den Therapieprozess eingelassen und hat definitiv einen Rückfall? Aber keine Therapie und keinen Rückfall - das geht nicht?"

 

"Ich denke nicht, da dir ja dann nicht bewusst ist, was deine Themen sind. Du weißt einfach nicht, worauf du achten musst und wo dein Knackpunkt liegt.

Ich unterscheide zum Beispiel auch Emotionen und Gefühle. Angst hat zum Beispiel jeder Mensch in bestimmten Situationen, dass wurde uns quasi in die Wiege gelegt. Gefühle sind Dinge wie glücklich sein, die ich in gewisser Weise auch beeinflussen kann.

Wir haben uns im Januar getrennt. Das  war ein Donnerstag. Am Freitag habe ich meinen Sohn abgeholt."

 

"Stimmt! Du hattest mir gesagt, dass ich nicht da sein soll, wenn dein Sohn da ist.

Ging es dir da eigentlich gut - unabhängig von deinem Sohn?"

 

"Als du aus der Tür gegangen bist, war ich der Meinung, dass du wieder kommst."

 

"Du hast nicht geglaubt, dass wenn du mir sagst, dass ich gehen soll, ich dann auch tatsächlich gehe? (Ich weiß noch nicht, ob ich das mit rein nehme oder das umschreibe) Aber du hast gedacht ich gehe raus und komme wieder rein, nachdem du mir sagst, ich soll gehen?"

 

"Ich wäre dir ja hinterher gelaufen aber in dem Moment musste ich telefonieren. Ich dachte mir, du kommst zurück, weil du ja deine Sachen noch hier hattest. Ich wollte dich ja holen, aber dein Akku war dann leer. Ich habe dann auf dich gewartet und bin irgendwann auf der Couch eingeschlafen. Wir hätten uns beruhigen sollen und dann nochmal miteinander reden.

Am Sonntag habe ich dann meinen Sohn wieder nach Hause gebracht und auf dem Nachhauseweg habe ich schon ein unguten Gefühl gehabt. Erstens die Situation mit dir und zweitens der Abschied von meinem Sohn. Die Gefühle sind auf mich ein gedroschen  und dann ging der Krieg im Kopf los. Es war wie ein Film, der vor mir ablief und ich habe keine Kontrolle über die Handlung gehabt. Ich hatte keine Motivation, auch keine Motivation abstinent zu bleiben. Mein Leben lief irgendwie an mir vorbei.

Am Montagabend wollte ich mich beim Sport abreagieren, bin mit dem Fahrrad ins Studio gefahren und habe auf dem Hinweg schon mitbekommen, dass ich dieses dumpfe Gefühl nicht loswerde. Ich habe keinen Namen für das Gefühl."

 

"Kannst du es aus mehreren Gefühlen zusammensetzen?"

 

"Es hatte auf alle Fälle mit unserer Trennung zu tun. Du warst ja nicht nur meine Partnerin, sondern auch meine Vertrauensperson. Das bist du immer noch. Und ich muss dir das hoch anrechnen, dass ich jetzt hier auf deiner Couch liegen kann und mit dir reden darf."

 

"Ich übe für meinen späteren Beruf. Ich nehme das jetzt auf und schicke das an die Uni, dann werten die das aus." (Ich muss lachen)

 

(Er lacht) "Ich hoffe, ich bekomme dann auch etwas von dir."

 

"Na, Heilung."

 

"Trennungsschmerz, Abschied, Verlassenheit, Einsamkeit. Es war die höchste Stufe innerer Anspannung."

 

"Kanntest du dieses Gefühl von früher?"

 

 

"Gewisse Bruchteile davon kannte ich. Aber es war zu viel. Mein Problem war beispielsweise, dass ich in meiner Energie - Level - Gleichung nicht mit einberechnet habe, dass ich am Tag 8 Stunden arbeiten gehe. Das mich diese auch fordert und mein Akku auch angezapft wird. Das habe ich vorher nie mit berücksichtigt. Für mich waren 8 Stunden arbeiten selbstverständlich und dies habe ich nicht in meine Energieformel integriert. Das weiß ich jetzt, nachdem ich den Rückfall hatte. Ich nenne es zudem nicht Rückfall, sondern Vorfall."

Rückfall oder Vorfall

"Was ist der Unterschied zwischen einem Vorfall und einem Rückfall?"

 

"Bei einem Rückfall bleibst du an der Substanz kleben, du konsumierst weiter. Bei einem Vorfall konsumierst du und ziehst gleich nach dem Konsum die Notbremse und schmeißt beispielsweise die Substanz weg."

 

"Ist Vorfall nicht zu niedlich ausgedrückt?"

 

" Dann nenne es Abstinenzunterbrechung."

 

" Das klingt für mich, wie eine Entschuldigung."

 

"Das ist für mich keine Entschuldigung. Wenn ich es verheimlicht hätte, wäre es eine Entschuldigung."

 

"Die Diskussion, was der Unterschied zwischen einem Rückfall und einem Vorfall ist, hatten wir schon oft in der Nachsorge. Wir haben uns überlegt, ob man einen Rückfall und einen Vorfall überhaupt differenziert betrachten sollte."

 

"Was wurde gesagt?"

 

" Es gab unterschiedliche Meinungen und das sei ja auch jedem selbst überlassen . Einige Menschen sagen ja beispielsweise auch, die Definition einer Krankheit hat ihnen dabei geholfen, die Krankheit zu akzeptieren, sodass sie sich für eine Therapie entschließen konnten. Für mich war es beispielsweise so,  dass ich gesagt habe, ich möchte diese Krankheit nicht als Label. Für mich ist es eine Strategie  und daraufhin konnte ich Therapie machen. Weißt du?  Ich laufe jetzt nicht durch die Gegend und sage mir permanent, dass ich Alkoholikerin bin. Für mich ist es eine Strategie, und wenn ich eine andere (eine gesunde Strategie) wähle, bin ich dementsprechend nur Alkoholikerin, sobald ich etwas trinke. Verstehst du? Ohne das verharmlosen zu wollen. Jemand anderes  braucht eventuell das Label die ganze Zeit. Und ich muss mir manche Dinge ganz, ganz krass vor Augen führen, wie zum Beispiel, was passieren würde, wenn ich wieder anfangen würde zu konsumieren. Deshalb ist für mich jede Situation, in der ich ganz bewusst eine Substanz konsumiere, ein Rückfall. Ein Vorfall ist für mich vielleicht eine Situation, wie ich sie vor ein paar Wochen in dem Bioladen hatte (Beitrag dazu: Schokolade & Whisky),  als ich ein Stück Schokolade in den Mund genommen habe und mich gefragt habe, ob diese vegan sei, bis ich mitbekommen habe, dass sich Whisky in meinem Mund breit macht.  Das könnte ich als Vorfall bezeichnen, denn da war ich einfach nur blöd - unachtsam.

Ein Rückfall wäre beispielsweise, wenn wir hier zusammen mit dir sitze und Pizza esse, du wärst nicht abhängig und hättest ein Bier getrunken. Danach würdest du nach Hause gehen. Ich bemerkte, dass noch etwas in deiner Bierflasche ist und ich trinke den Rest Bier  aus. Das ist für mich auch schon ein Rückfall und kein Vorfall, da ich es ganz bewusst zu mir nehme. 

 

"Da gebe ich dir recht. Da hat jeder seine eigene Meinung und muss das für sich klar machen. Aber ich kann dir sagen, bei meinem Rückfall lief alles wie fremdgesteuert ab. Irgendwie automatisch. Ich konnte quasi nichts mehr so wirklich beeinflussen."

 

"wie war das denn genau?"

Beziehungsende und Rückfall
Exfreund und ich

******Achtung: Triggerwarnung!******

 

"Ich bin zum Sport gefahren, wollte mich abreagieren und wollte dieses dumpfe Gefühl nicht mehr haben. Es hat nicht funktioniert, selbst schon mit dem Fahrrad zum Sport fahren, um mich abzureagieren, hat nicht funktioniert.

Beim Sport habe ich eine Übung gemacht und plötzlich ist meine komplette Motivation zusammen gebrochen. Ich hatte überhaupt keinen Antrieb mehr. Mein Körper wollte sich nicht mehr bewegen und ich hatte keine Lust mehr mich auszupowern. Dann kam mir der Blitzgedanke, dass ich mir etwas holen sollte aber in dem Moment wusste ich noch nicht, was."

 

"Hast du dich vor dem Gedanken erschrocken? Du holst dir "was" hätte ja auch Süßigkeiten sein können. Wusstest du, dass es eine Substanz sein wird?"

 

"Es war definitiv klar, dass es eine Substanz sein wird."

 

" War das Trotz?"

 

"Nein, ich hatte keine Gefühle mehr, ich wollte einfach, dass es aufhört. Das war ein Überfluss an negatives Gefühlen. Ich wollte, dass diese beschissenen Gefühle verschwinden. Ich fuhr wie mit Scheuklappen vor den Augen mit dem Fahrrad zurück und ich hatte keinen anderen Gedanken mehr. Ich bin nicht einmal darauf gekommen, jemanden aus meiner Selbsthilfegruppe zu kontaktieren. Nicht einmal darauf bin ich gekommen. Ich habe einen kompletten Film geschoben. In meinem Hirn schrie es nur: Du holst dir was! Du holst dir was! Du holst dir was!"

 

"Als was würdest du diesen Zustand bezeichnen? Suchtdruck?"

 

"Das war schon über den Suchtdruck."

 

"Suchtdruck war deiner Meinung nach das Chaosgefühl davor?"

 

"Bei mir stand es ja schon fest, dass ich mir etwas hole. Bei Suchtdruck  versuche ich ja meiner Meinung nach dieses Gefühl irgendwie noch weg zu bekommen. Bei mir stand es schon fest und es ging nur noch darum, ob es was zum ziehen sein wird oder Alkohol."

 

"Hattest du zu irgendeinem Zeitpunkt ein schlechtes Gewissen?"

 

"Da komme ich noch dazu. Es ging vorerst nur um den Gedanken, was ich mir hole. Bei Alkohol hätte ich mir ja Flaschen holen müssen und ich hätte mehr gebraucht."

 

"Hättest du gewusst wie viel?"

 

"Nö. Ich hätte ja die leeren Flaschen in der Wohnung gehabt. Dann stand die Entscheidung fest, dass ich mir etwas zum ziehen hole. Ein schlechtes Gewissen hatte ich erst hinterher. Ich war dann alleine in der Wohnung und habe Crystal konsumiert. Vor meiner Therapie war es ja so, dass ich Kokain konsumiert habe, um mich runter zu regulieren. Das hatte bei mir eine gegenteilige Wirkung. Und Crystal hat mich gepusht. Ich habe gezogen und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war plötzlich ganz klar und so unfassbar erschrocken über mich selbst. Zudem blieb der erhoffte Effekt aus, meine Einsamkeit und den Trennungsschmerz zu unterdrücken."

 

"War es dir aber in dem Moment auch nicht irgendwie auch alles zu blöd?"

 

"Nein. Es ging ja dann noch weiter. Ich lag dann auf der Couch und habe mich gefragt, was ich jetzt tun soll. Ich habe das Zeug dann versucht auszuschnauben beziehungsweise auszuspülen."

 

"War das dann der Moment, an dem dir bewusst wurde, was du da gerade gemacht hast?"

 

" Plötzlich brach die ganze Enttäuschung über mich selbst zusammen. Ich bin wie aus alles Wolken gefallen. Das kam ja dann  dummerweise noch zu meinem Gefühl der Einsamkeit und des Trennungsschmerzes hinzu."

 

"Musstest du am nächsten Tag auf Arbeit?"

 

"Ja. Ich konnte dann die Nacht über nicht schlafen und meine Gedanken zogen unendliche Kreise in meinem Kopf und wurden gefühlt immer mehr."

 

"Warst du drauf?"

 

"Ja ich war drauf. Jetzt nicht völlig weggeschossen aber ich habe die Substanz definitiv gemerkt. Ich konnte aber noch klare Entscheidungen treffen. Wir hatten ja dann telefoniert und ich hatte dann auch auf Arbeit angerufen, dass ich zwei freie Tage benötige. Für mich ist es ein Vorfall, weil ich kurz nach meinem Konsum alles in die Wege geleitet habe, um wieder Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen. Ein Rückfall wäre es meiner Definition nach gewesen, hätte ich einfach weiter gemacht und die Verantwortung komplett abgegeben.

Wir hatten dann miteinander telefoniert und ich habe dir davon erzählt und du bist dann gar nicht wirklich auf mich eingegangen, sondern hast mich gefragt, ob ich bescheuert bin und wo ich das Zeug her habe."

 

"Das habe ich doch nicht gemacht!"

 

"Für mich kam es aber so rüber. Zuvor dachte ich ja noch, dass ich es für mich behalten werde aber dann überkamen mich die ganzen Schuldgefühle und das schlechte Gewissen. Also hatte ich gleich noch ein negatives Gefühl mehr mit mir herum zu schleppen. Es wurde immer schlimmer. Bis ich dann in meinem Bett lag und mich dazu entschlossen habe, es auf zu machen und darüber zu reden. Ich habe mich dazu entschlossen, es meiner Gruppe zu erzählen, meiner Therapeutin zu erzählen und dir zu sagen. Und in dem Moment fiel eine Belastung von mir ab. Und dadurch habe ich für mich festgestellt, dass ich ein negatives Gefühl nach dem anderen für mich bearbeiten muss. Sprich, erst den Rückfall, dann das Gefühl der Einsamkeit und dann den Trennungsschmerz."

 

"Aber war das so einfach?"

Rückfallaufarbeitung

"Nein, es ist definitiv ein Prozess. Es ist ein längerer Prozess, der seine Zeit in Anspruch nimmt. Die Seele muss ja auch irgendwie hinterher kommen. Es ist langwierig. Ich habe dann die Rückfallaufarbeitung, die im Nachgang der Therapie von der Klinik angeboten wird, in Anspruch genommen. Ich habe dann Gespräche mit meiner Therapeutin geführt und daraufhin konnte ich meinen Rückfall auf eine gewisse Weise für mich nutzten und ihm im Endeffekt auch irgendwie dankbar sein, da nun Dinge für mich klarer geworden sind und ich nun viel besser für mich ausmachen kann, was meine Themen sind und worauf ich zukünftig achten muss.  Ich weiß jetzt definitiv wo ich hinschauen muss, damit mir das zukünftig nicht wieder passiert. 

Ich passe jetzt auf, dass es mir gut geht, dass ich meine tägliche Struktur einhalte und regelmäßig Sport treibe."

 

"Das hast du doch aber vorher schon gemacht."

 

"Das war aber irgendwie noch die Probephase, ich war noch nicht so richtig klar, was mein Leben betrifft. Jetzt gehe ich zum Beispiel regelmäßig zum QiGong, um mich auszugleichen und auch seelisch wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das tut mir sehr, sehr gut. Dann habe ich meine Ernährung umgestellt und ernähre mich jetzt viel gesünder."

 

"Dank ...?"

 

"Dank Vlada." (wir müssen lachen)

 

Und wie ernährst du dich jetzt?"

 

"Ich ernähre mich vegetarisch. Ich esse sehr viel Obst und Gemüse. Ich esse zwar Schokolade aber auch da achte ich darauf, dass ich Zartbitterschokolade wähle, da die Bitterstoffe wohl gut für den Magen - Darm - Trakt sein sollen. Ich verzichte auch auf Eier. 

Ich achte sehr, sehr, sehr viel mehr auf mich. Mehr als vor dem Rückfall, das muss ich mir ehrlich eingestehen. Ich achte auch darauf, dass ich mich beim Sport nicht kaputt spiele, sondern das er mir gut tut. Zudem habe ich mir noch ein Ehrenamt zugelegt, was auch sehr hilfreich ist."

"und wie war die trennung für dich?"

Trennung
Exfreund und Exfreundin

"Ich kenne das von früher, dass mich Trennungen immer seelisch zerfetzt haben. Diesmal war es bei mir zum Beispiel so, dass wir uns getrennt haben und bei mir war nichts. Es hat mich nicht zerfetzt."

 

"Das hatte ich mit meiner Therapeutin besprochen. Ich habe mich gewundert, warum es mich auch nicht zerfetzt hat. Sie hat mir dann gesagt, dass ich mich schon sehr viel eher von dir emotional verabschiedet habe."

 

"Dann habe ich mich ja von vornherein verabschiedet."

 

"Der Trennungsprozess hatte schon viel eher begonnen. Der Schmerz ging dann erst los, als Leute mich daraufhin angesprochen haben und dann wurde mir das quasi  eingeredet."

 

"Gab es eine Situation, in der du Liebeskummer hattest?"

 

"Definitiv hatte ich nach der Trennung Schlafprobleme und es hat lange gedauert, bis ich darüber hinweg war. Du warst zwar meine Partnerin, aber du bist zudem auch der einzige Mensch in meinem Leben, dem ich wirklich alles anvertraue und das war das schwere daran. Du bist eine wichtige Person in meinem Leben. Es gab schlechte Momente, es gab schöne Momente. Ich halte an den schönen fest. Und das ist nun ok für mich."

 

(Pause)

 

"Auf jeden Fall bin ich nach dem Rückfall wach. Ich bin hellwach, was mich und mein Leben betrifft. Und das kuriose ist, dass ich seit meinem Rückfall und seit unserer Trennung keinen Suchtdruck mehr habe. Ich verliere keine Gedanken mehr an Kokain, ich verliere keine Gedanken mehr an Alkohol."

 

(ich lache) "Vielleicht war ich ja auch der Auslöser."

 

"Ja, in manchen Situationen schon, wenn es zum Beispiel super stressig mit dir war, oder du mich nicht gut behandelt hast."

 

"Das ging mir ähnlich. Ich muss das nur ein wenig unterscheiden, ich hatte ja einmal einen Rückfall nach der Entgiftung aber nach der Langzeittherapie hatte ich nie das Gefühl, dass ich etwas konsumieren muss. Ich hatte keinen Suchtdruck im Sinne von tatsächlich eine Substanz wählen oder das Verlangen nach einer konkreten Substanz, sondern es ist eher das Gefühl , welches ich nicht mehr haben möchte und dies dann durch Sport oder mega viel Kaffee wegbekommen wollte."

 

"Ich habe mir deine negativen Gefühle zu sehr angenommen. Deine Gefühle waren dann quasi meine Gefühle. Aber das war mir bis dato noch nicht bewusst. Im Prozess unserer Beziehung konnte ich viel für mich ausmachen und klären."

 

"Und jetzt ist alles gut?"

 

"Ich habe jetzt meine Mitte gefunden und ich bin mit meinem Leben zufrieden."

 

"Aber irgendwie klingt es jetzt so, als wäre der Rückfall etwas positives."

 

"Nein, das soll es nicht heißen. Ich habe diesen Vorfall gebraucht, um wachgerüttelt zu werden und um zu begreifen, worauf ich zukünftig achten muss und um zu begreifen, dass eine Therapie wichtig ist."

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